Kennen Sie Rapsöl?

Rapsblüten in Großaufnahme

Immer wieder begegnen mir zwei Ansichten über Rapsöl, die sich in den Köpfen der Menschen erstaunlich festgesetzt haben:

1. Rapsöl enthält Bitterstoffe und Erucasäure, erstere bewirken, dass Rapsöl nicht wirklich genießbar ist, und letztere, dass es nicht als gesundheitlich unbedenklich angesehen wird.

2. (darauf aufbauend) Rapsöl ist ein billiges, raffiniertes, geschmacksneutrales Öl, dass man zum Braten, Frittieren und zur Herstellung von Margarine verwendet.

Allerdings sind diese Ansichten seit nunmehr 30 Jahren völlig überholt. Anfang der 1980er Jahre mit Einführung der 00-Rapssorten verschwanden sowohl die Bitterstoffe als auch die Erucasäure aus dem zur Speiseölherstellung verwendeten Raps. Seit dieser Zeit ist die Produktion hochwertiger, kaltgepresster Rapsöle möglich und seit dieser Zeit wurde auch der Geschmack des Rapsöls durch gezielte Sortenwahl immer weiter verbessert.

Rapsöl gilt landläufig als „das Olivenöl des Nordens“, unter ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten ist es aber sogar wertvoller als dieses, da Rapsöl rund 10% Omega-3-Fettsäuren enthält, die dem Olivenöl fehlen.
Geschmacklich bieten beide die gleiche Vielfalt. Jedes Rapsöl hat seinen ganz eigenen, leicht nussigen Geschmack, von samtig-mild bis kräftig-intensiv. Gutes kaltgepresstes Rapsöl ist ein wahrer Genuss und eine echte Bereicherung für jedes Essen.

Dabei ist Rapsöl sehr vielseitig und universell in der Küche einsetzbar. Es kann bis 190°C erhitzt werden und eignet sich somit zum Braten, Frittieren und Backen, verleiht aber auch Salaten und Rohkost den entscheidenden Pfiff.

Ich denke es ist höchste Zeit mit alten Vorurteilen aufzuräumen und ein wirklich schönes Öl zu entdecken: kaltgepresstes Rapsöl aus heimischer Produktion!